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Geistlicher Impuls

Mit Bernadette - im Mai - den Rosenkranz beten

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der Deutschen Hospitalité,

liebe Leser, die Sie diese Seite betrachten!

 

In der Osterzeit, der bis zum Pfingstfest 50 Tage dauernden Zeit der Freude und des Jubels, können wir uns in diesem Jahr 2012, das in Lourdes dem Rosenkranzgebet gewidmet ist, von der Hl. Bernadette an die Hand nehmen lassen um in den Geheimnissen des Glorreichen Rosenkranzes den Triumph Jesu über Leid und Tod zu betrachten.

Wenn wir den auferstandenen Christus betrachten, entdecken wir das Fundament des Glaubens. Wir sehen auch die Freude der ersten Zeugen der Auferstehung: Maria Magdalena, die Emmausjünger und die Apostel, die nach der Himmelfahrt Jesu nach Jerusalem zurückgekehrt waren „in großer Freude“ (Lk 24,52), einer Freude, die ihnen niemand nehmen kann (vgl. Joh 16,22). Auch Maria erlebt zutiefst diese Freude. „Sie verharrten einmütig im Gebet zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu“ (Apg 1,14).

„Im Mittelpunkt dieses Weges der Verherrlichung des Sohnes und der Mutter steht im dritten Rosenkranzgeheimnis das Pfingstereignis, welches das Angesicht der Kirche als einer mit Maria vereinten Familie zeigt. Sie wird durch die kraftvolle Ausgießung des Heiligen Geistes belebt und ist bereit, ihre Sendung der Glaubensverbreitung zu erfüllen“ (Johannes Paul II.).

So öffnen die glorreichen Geheimnisse das Herz der Glaubenden auf den neuen Himmel und die neue Erde. Als Volk Gottes geht die Menschheit den Weg durch die Zeiten.

 

Jesus, der von den Toten auferstanden ist

Jesu Jünger haben die Erfahrung gemacht: Er ist nicht im Tod geblieben, er lebt und ist auf neue Weise bei uns. Dadurch erleben sie eine neue Wirklichkeit: Die Begegnung mit dem Auferstandenen wandelt Trauer in Freude, Resignation in Hoffnung, Isolation in Gemeinschaft. Für uns wird diese Ostererfahrung in jeder Eucharistiefeier Wirklichkeit, wenn wir von Jesus in seine unzerstörbare Lebensgemeinschaft einbezogen werden. Dadurch sollen auch wir in einer Welt, die oft ohne Perspektiven ist, zu Helfern der Hoffnung und Zeugen der Zuversicht werden.

 

Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist

„Himmelfahrt“ bedeutet keine Ortsveränderung, sondern einen Wandel in der Wahrnehmung: Sie macht deutlich, dass Jesus, der als Kind zur Welt kam, der mit göttlicher Vollmacht unter den Menschen gewirkt hat, der am Kreuz gestorben ist und als erster die Grenze des Todes überwunden hat, für immer beim Vater ist. Dadurch, dass er unser menschliches Leben zu Gott mit nimmt, erhält unser begrenztes Dasein gewissermaßen Ewigkeitswert: Die Himmelfahrt Jesu eröffnet uns den Ausblick darauf, dass wir nicht für die Vernichtung im Tod, sondern für die Vollendung bei Gott bestimmt sind.

 

Jesus, der uns den heiligen Geist gesandt hat

Jesus lässt seine Jünger nicht allein; durch die Sendung seines Geistes erhält ihr unsicherer Glaube neuen Schwung; sie werden fähig, offen und frei für ihre Überzeugung einzutreten. Gleichzeitig schafft der Geist Gottes Gemeinschaft und führt Menschen über die Grenzen von Sprache, Herkunft und Bildung zusammen. Die Verbundenheit mit Jesus ist stärker als alles Trennende. Somit wird der Geist zum Lebensgrund der Kirche: An ihr soll sich zeigen, dass heute genauso wie damals vorläufige Menschen zu Vorläufern auf das Endgültige werden können, zu Zeugen der Zuwendung Gottes, die unserer Welt bleibend geschenkt ist.

 

Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat

An Maria wird deutlich, was Jesus aus Menschen macht, die bei seiner Initiative mitmachen: Das, was wir im Verlauf unseres Lebens mit Leib und Seele geworden sind, hat eine bleibende Zukunft bei Gott, eine Heimat im Himmel. Es wäre falsch, in Maria wegen ihrer besonderen Bedeutung in der Glaubensgeschichte die große Ausnahme zu sehen: Was an ihr geschieht, ist vielmehr die Vorwegnahme dessen, wofür wir alle bestimmt sind: Die ewige Lebensgemeinschaft mit Gott. So wird sie zu einem Vorzeichen der Zukunft, zu einem Wahrzeichen des Glaubens, zu einem Heilszeichen für die ganze Welt.

 

Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

Dieses Gesätz ist ein betender Kommentar zum Magnificat, dem Lobgesang Marias. Dort heißt es: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“ (Lk 1,52). Gekrönte Häupter im weltlichen Sinn wirken heute wie ein Relikt der Vergangenheit; die Krönung Marias wird dagegen zum Bild für eine Zukunft, die zeigen wird, was das Leben derer, die ihn lieben, für Gott wert ist. Jene, die nicht für sich selbst Glanz und Größe suchen, sondern die Ehre Gottes und die Liebe zum Nächsten in den Mittelpunkt rücken, strahlen etwas aus, was menschlich nicht machbar ist: Das Licht der Gegenwart Gottes, das unser ganzes Leben zum Leuchten bringt.

 

Mit diesen Gedanken des Würzburger Generalvikars Dr. Karl Hillenbrand erbitte ich uns allen eine frohe und gesegnete Osterzeit, die uns immer wieder erkennen lässt, wie groß das Geschenk der Erlösung durch Leiden Tod und Auferstehung Jesu ist.

 

Dechant Markus Polders

Geistlicher Beirat der Dt. Hospitalité