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Geistlicher Impuls
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der Deutschen Hospitalité
Seit über 100 Jahren weiht die Kirche der Gottesmutter den ganzen Monat Mai. Die Maiandachten haben die Welt erobert, sie gehören zu den populärsten, zu den volkstümlichsten Andachten.
Es ist begreiflich! Gibt es etwas Tröstlicheres oder Erhebenderes als das Bild der Gottesmutter, das Jesuskind auf dem Arm, umgeben von einem Wald von Blumen, umstrahlt von einem Lichtermeer zu verehren und zu ihren Füßen singen:
Maria Maienkönigin,
dich will der Mai begrüßen.
O segne ihn mit holdem Sinn
und uns zu deinen Füßen!
Warum verehren wir die Gottesmutter besonders im Monat Mai?
Das Frühjahr ist zweifellos die schönste Jahreszeit. In unserer deutschen Heimat wird der Mai der Wonnemonat genannt. In neuer Pracht erscheint die Sonne am Himmel, neues Leben weckt sie überall. Jetzt grünt es, sprosst es, treibt es und blüht, überall herrscht neues Leben. Jetzt kommen die Blumen heraus und heben ihre Köpfe der Sonne entgegen, von der alles Leben kommt. Die Vögel stimmen ihre schönsten Lieder an, die ganze Natur prangt im schönsten Blütenschmuck, alles neigt sich der Königin des Frühlings, der Sonne, zu.
Maria, wir empfehlen dir,
was grünt und blüht auf Erden,
lass uns in dieser Pracht und Zier
das Werk des Schöpfers ehren.
Wir legen das Frühjahr einer schöneren und erhabeneren Königin, als die Sonne es ist, der Maienkönigin zu Füßen, und da sind es Worte der Heiligen Schrift, welche der Bräutigam der Braut im Hohen Lied zuruft und welche die Kirche auf die Gottesmutter anwendet. In diesem Sinn ist die Maiandacht der Kirche aufzufassen. Das Volk Gottes, die Gläubigen, drückt es anders aus:
Behüte auch, Maria rein,
du größte aller Frauen,
das Gottesvolk, die Kinder dein,
im Glauben und Vertrauen
zu Jesus Christus, deinem Sohn,
dem Retter und Befreier.
Lobpreis durch ihn in Ewigkeit
des Vaters Macht und Treue!
Im Mai feiern wir eine Reihe herrlicher Feste! Da erklingt noch das Halleluja der Osterzeit. Die Liturgie hat es noch täglich auf den Lippen und es passt so recht für den Monat Mai. Da kommt das Fest Christi Himmelfahrt, ein großes Fest des Trostes. Das Pfingstfest, das Fest der Liebe. Und wir fragen uns: Wem verdanken wir die Feste? Maria, die uns den Urquell aller Feste, den Heiland, geschenkt hat. Sie ist die Ursache all dieser Festfreude:
O öffne Himmelskönigin,
im Lied uns Herz und Stimme,
zu danken Gott im Heilgen Geist,
dass wir sein Lob stets singen,
der Christi Kirche ward gesandt
in Sturm und Feuersflammen,
zu führen sie mit starker Hand
durch alle Zeiten!
Wie wollen wir den Monat Mai feiern?
Wir sollen die Maiandachten besuchen, soweit wir es mit unseren Berufsarbeiten vereinbaren können.
Dann ist es notwendig, dass wir die Tugenden Mariens nachahmen. Wir werden dazu angeregt durch vieles, was wir lesen und hören in diesen Tagen. Was kann es Schöneres geben, als immer mehr einzudringen in die Vorzüge Mariens, sich immer klarer zu werden! Dazu haben wir den Monat Mai. Wenn wir Gelegenheit haben, das Wort Gottes zu hören, versäumen wir es nicht! Und wenn wir nur aus jeder Predigt eine kleine Anregung mitnehmen, wenn uns das Bild Mariens nur etwas klarer wird - es ist viel gewonnen. Betrachtend wollen wir den Rosenkranz beten. Gerade im Monat Mai sollen wir es fertig bringen, täglich mindestens ein Gesätz zu beten und uns zu erinnern an die wunderbaren Geheimnisse Mariens.
(Aus: "Mein Kreuz will ich tragen", Rupert Mayer)
Ich wünsche Ihnen allen einen gnadenreichen Marienmonat Mai und ein gesegnetes Pfingstfest,
Ihr
Dechant Markus Polders
Geistl. Beirat der Dt. Hospitalité
